Fabienne Wicki

Jean Paul Sartre

14 Jan 2005 - 00:27 | Version 7 |

Ist Sartres Theorie humanistisch oder egoistisch?

Jean Paul Sartre hat mit seiner Aussage, dass es nicht möglich ist als "Ich" frei zu sein, wenn man das "Du" nicht auch frei lässt, die Frage aufgeworfen, ob seine Theorie nicht eher egoistisch ist als humanistisch. Denn der Mensch ist dazu gezwungen frei zu sein, zu existieren, aus sich herauszugehen und er ist zur FreiHeit des Anderen gezwungen (der Mensch begründet die Freiheit des Menschen). Anhand der folgenden Zusammenfassung (aus einem Text von Jean Paul Sartre) soll begründet werden, warum diese Theorie doch eher humanistisch ist. Seine These lautet nämlich, dass ein Mensch, einmal in die Welt geworfen, für alles verantwortlich ist, was er tut. Gott existiert seiner Meinung nach nicht, der Mensch steht hier im Mittelpunkt. Der erste Grundsatz des ExistenzialIsmus lautet, dass der Mensch nichts anderes ist als wozu er sich macht. Er ist lediglich so, wie er sich konzipiert. Der Mensch ist zuerst ein Entwurf, der sich subjektiv lebt. Nichts steht diesem Entwurf vorweg, das heisst auch kein Gott. Gott existiert bei Sartre nicht. Der Mensch ist verurteilt, frei zu sein. Er ist eben frei, weil er für alles verantwortlich ist, was er tut, und verurteilt, weil er in die Welt geworfen wird, und sich nicht selbst erschaffen kann.

Indem dem Menschen eine so grosse VerAntwortung zugesprochen wird, dass er selber entscheiden kann, was er aus sich machen will, ist er doch frei. Der Mensch wird nicht durch eine höhere Macht, wie zum Beispiel Gott, gelenkt. Ich denke, dass ist doch sehr humanistisch an Sartres Theorie, denn der Mensch steht ganz klar im Mittelpunkt. Allerdings ist es doch so, dass ein Mensch, je mehr Freiheit und VerAntwortung ihm zugesprochen wird, auch mehr falsch machen kann. Dadurch ist er in seiner Handlungsweise irgendwie eingeschränkt. Nach Sartre ist das Individuum nicht nur für sich selber verantwortlich, sondern er ist für alle Menschen verantwortlich. Was er wählt ist immer das Gute, und nichts kann gut sein, wenn es nicht für alle gut ist. Das schränkt seine Freiheit ein. Wie wir alle wissen, ist es sehr schwierig, so zu handeln, dass es für niemanden schlecht ist, denn oft ist trotz guten Absichten jemand benachteiligt. Aus eigener Erfahrung wissen wir, dass es Menschen gibt, die nicht in seinem Sinne handeln. Seiner Meinung nach muss man sich darum immer die Frage stellen, was geschehen würde, wenn alle Welt ebenso handeln würde. Und wer diesem Gedanken entfliehen will, kann nur böswillig sein. Wie bereits oben erwähnt worden war, existiert Gott nicht. Eigentlich kann er das behaupten, denn die ExistenZ von Gott ist nicht beweisbar, also könnte es ihn wirklich nicht geben. Der Glaube an Gott hilft den Menschen vielleicht oft im Leben, aber auch ein Ungläubiger kann das Leben meistern. Ich glaube deshalb, dass es wirklich zum grössten Teil am Menschen liegt, was er aus sich macht. Der Mensch wird geboren, und danach liegt es an ihm, den Eltern und der Umwelt, was aus ihm wird.

Der Mensch ist also im Zentrum, deshalb glaube ich, dass seine Theorie humanistisch ist. Das FuerSich ist ganz frei, der Mensch kann selber entscheiden, was er aus dem Leben machen möchte. Das AnSich allerdings ist nicht frei. Der Mensch hat aber die Möglichkeit aus der Realität hinauszugehen (z.B. durch den Gedanken an einen schönen Strand).

FabienneWicki