Wir Denken und Leben nicht in Bildern sondern in Worten

Lieber Philipp,

bist Du Dir da so sicher? Braucht Liebe Worte? (Wo ist die Arbeitswoche des Zeichenlehrers zusammen mit der Deutschlehrerin zum Thema Gefühle in Bildern und Worten ?)

Ein Bild sagt mehr als tausend Worte: MalerInnen widmen Ihr Leben den Bildern. Haben diese Bilder nichts zu sagen? Muss ich ein Bild erst in Worten beschreiben, damit es etwas aussagt?

  • Kann man mit Bildern auch kommunizieren?
  • Was ist überhaupt der Unterschied von Bildern und Worten? Chinesische Schriftzeichen sind Worte, keine Bilder. Strassenverkehrsschilder sind Symbole. Bilder oder Worte? Was ist das Sprachliche an der Sprache?-- BeatDoebeli - 07 Dec 2002

smile

Lieber Beat

natürlich ist es heute nicht schwierig, den Menschen als AugenTier zu verkaufen. Ich lasse mich an dieser Stelle natürlich auch nicht auf wesentliche Themen wie die "Liebe" ein, denn nur das Verwenden dieses Wortes in diesem Zusammenhang entspricht einem Verrat. Deine Fragen könnten ausserdem Stunden und Aberstunden von Antworten füllen. Schicke Dir in diesem Zusammenhang wohl am besten mal meinen Vortrag anlässlich der Jahrestagung der Symbolforschungsgesellschaft im Jahr ähm, im Jahr, ja egal... Nur so viel: Ich habe nichts gegen Gefühle, aber die Gefühle gewinnen an Wert, in dem sie ausgetauscht werden. Vielleicht genügt dazu einen Blick, ja, ein solcher genügt für einen Moment, und dann? Das menschliche Bewusstsein dehnt sich in Raum und Zeit aus; dabei steht es immer schon in Differenz zu anderem. Genau so wie ein absolut einsamer einziger Mensch als Mensch unvorstellbar ist, ist Menschlichkeit unvorstellbar ohne das Medium der Sprache, welche den Menschen vom Tier unterscheidet und in ihrem Kern Verantwortung ist, aber auch ein Medium, das menschlich bleibt i.e. durch Menschen kon- und dekonstruierbar (dies im Gegensatz zu Bildern). -- PhilippSchaufelberger - 07 Dec 2002